Bussi, Knutschen, Schmusen, Schmatzer sind weitere Namen für den Kuss. Dichter haben Gedichte über den Kuss geschrieben und Maler malten Bilder, weil der Kuss als solcher Menschen schon immer glücklich machte und machen wird. Verhaltensforscher gehen davon aus, dass sich der soziale Stellenwert des Kusses aus der Mund-zu-Mund-Fütterung zwischen Mutter und Kind entwickelt haben könnte. Ob zärtlich, kokett oder mütterlich. Ob trocken oder schlabberig oder voll wollüstiger Leidenschaft. Der Kuss hat viele Gesichter. In der Politik ist er der Ausdruck sozialistischer Verbrüderung. In Frankreich Begrüßungs-Ritual. Bruderschaft und Ehe werden mit einem Kuss besiegelt. Die vollmundige Liebkosung kann kürzer als eine Sekunde sein oder länger als ein Tag, aber eher selten. Bei intensiven Küssen wird die Durchblutung im Unterleib stimuliert und das Lustempfinden gesteigert. Als die Mesopotamier vor 5000 Jahren begannen ihre Götterstatuen mit ihren Lippen zu ehren, dachten sie bestimmt nicht an die weitere Verbreitung dieses Kultes. Doch im Laufe der Jahrtausende fand diese Art der Gunstbezeugung auch in Europa anklang. Der Kuss auf die Lippen galt lang als verwegen und wurde als Akt der größten Intimität nur im stillen Kämmerlein vollzogen. Im Mittelalter war öffentliches Küssen mehr als verpönt. Und die mildeste Strafe die sofortige Heirat. Während der Großen Pest war der Kuss sogar von Gesetzes wegen verboten, da die Tröpfcheninfektionen lebensbedrohend waren. Fest steht auf jeden Fall. Küssen macht schlank! Alle 34 Gesichtsmuskel werden bei jedem Kuss aktiviert. Und dabei bis zu 18 Kilokalorien verbraucht. Im Durchschnitt verbringt ein Mensch bis zu seinem siebzigsten Lebensjahr 110.000 Minuten mit dem Aufeinanderlegen der Lippen. Das sind 76 Tage und fast 8 Stunden! Der Kuss regt die Adrenalin- und Endorphinausschüttung an. Und die Glückshormone machen high und straffen auch noch die Haut.