Sie werden auch Don-Juan oder als Frau Nymphomanin genannt. Menschen, die sexuell als unersättlich gelten. Sie sind immer auf der Suche nach dem nächsten Liebesabenteuer, aber wenn sie es gefunden haben, bleiben sie unbefriedigt zurück. Mit Spaß hat das Leben solcher Menschen oft nichts zu tun. Sie leiden unter ihrem Verhalten, können es aber nicht selbst ändern. Diese Menschen sind krank. Psychologen führen sexuelles Zwangsverhalten nicht zuletzt darauf zurück, dass Sex in unserer Gesellschaft einen immer größeren Stellenwert einnimmt: Sex ist allgegenwärtig, konsumierbar, käuflich. Für Tabus ist kein Platz mehr: Jeder kann und darf in Talkshows von seinen sexuellen Praktiken und Fantasien erzählen. Werbung, Fernsehen und Mode wären ohne Sex undenkbar. Vielen Menschen hat die sexuelle Freizügigkeit eine neue Freiheit gebracht, andere aber stellt sie vor große emotionale und seelische Probleme. Denn Sex kann zur Sucht werden. Spezielle Einrichtungen für Sexsüchtige fehlen leider aber es gibt zumindest Selbsthilfegruppen. Selbsterkennung: Der Sexsüchtige muss erkennen, dass er krank ist. Ein schwieriger Prozess für einen Abhängigen, der oft erst dann einsetzt, wenn Krankheiten und Depressionen auftreten oder Selbstmordgedanken auftauchen. Der Weg in eine Beratungsstelle, eine Klinik oder zu einem Experten ist dann immer noch ein steiniger Pfad. Eine spezielle medizinische Einrichtung für Sexsüchtige gibt es nicht. Sexsucht äußert sich bei jedem Betroffenen anders, folglich muss auch die Behandlung individuell sein. Meist gehen die Patienten wegen anderer Schwierigkeiten zum Arzt an denen orientiert sich dann auch die Therapie. Kommt jemand zum Beispiel wegen Konflikten in der Partnerschaft zum Psychologen, kann eine Paartherapie im Vordergrund stehen.