Die Vagina (mittellateinisch vāgīna ‚Scheide‘ im Sinne von „Behälter für eine Klinge“, griech. κόλπος kólpos ‚Mutterschoß‘, ursprünglich: ‚Bucht‘ (vom Meer); Plural Vaginen) oder Scheide ist ein schlauchförmiges primäres Geschlechtsorgan weiblicher Säugetiere und damit auch der Frau. Sie verbindet den äußeren Muttermund mit dem Scheidenvorhof und schützt die tiefer im Körper liegenden inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Bei Geschlechtsverkehr kann sie den Penis eines männlichen Partners aufnehmen („Vaginalverkehr“). Außerdem ist sie ein Teil des Geburtskanals. Normalerweise liegen die Vaginalwände flach aufeinander, wobei sie eine spaltförmige, dem Buchstaben „H“ ähnliche Form einnehmen.

Das äußere sichtbare Ende der Vagina der Frau gehört zur Vulva. Die Vulva hat zusammen mit der Klitoris (Klitoris-Eichel und den Klitoris-Schwellkörpern) eine wesentliche Bedeutung bei der sexuellen Erregung der Frau, meist stärker als die Vagina.

 

Die Vagina nimmt beim Vaginalverkehr den Penis und das von ihm ausgestoßene Sperma mit den darin enthaltenen Spermien auf. Während der sexuellen Erregung wird das Vaginalmilieu verändert. Durch die Lubrikation und die Produktion und Sekretion von dünnflüssigem Schleim in den Zervixdrüsen wird das Sekret pH-neutral. Die in den Scheidenvorhof mündenden Bartholinschen Drüsen sondern zudem bei Erregung ein schleimhaltiges Sekret ab und befeuchten den Vorhof, wodurch das Eindringen des Penis in die Vagina erleichtert wird. Nach der Ejakulation des Mannes werden die Spermien durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter und weiter in die Eileiter transportiert. 

Der vaginale Geschlechtsverkehr kann, wie auch andere Formen der sexuellen Betätigung, zum Orgasmus führen. Da die Vagina im Wesentlichen aus relativ nervenarmem Gewebe besteht, ist jedoch umstritten, ob der vaginale Orgasmus durch die Reizung in der Vagina oder eine durch die Bewegung ausgelöste Reizung der Klitoris ausgelöst wird. Die von Ernst Gräfenberg entdeckte Gräfenberg-Zone (auch G-Punkt), die etwa drei bis vier Zentimeter vom Vaginaleingang entfernt in der Vorderwand der Vagina liegt, wird in diesem Zusammenhang als besonders sensibel und sexuell erregbar betrachtet. Sie ist den Paraurethraldrüsen benachbart, die bei einer entsprechenden Reizung Sexualsekrete freigeben (weibliche Ejakulation). Bei einem vaginal ausgelösten Orgasmus sind andere sensorische Nervenleitungen einbezogen als bei einem Orgasmus, der wesentlich durch die Reizung der Klitoris entsteht. Beim vaginalen Orgasmus sind der Plexus hypogastricus und die Nervi pelvici hauptsächlich angesprochen, beim klitoralen Orgasmus der Nervus pudendus. Manche Frauen bevorzugen eine direkte Liebkosung des Klitoriskörpers, bei anderen ist die Empfindsamkeit am Vaginaleingang und den kleinen Venuslippen besonders stark ausgeprägt und einige Frauen bevorzugen ein tiefes Eindringen. Die Venengeflechte um Harnröhre und Vagina gehören ebenfalls zum aktiven, erogenen System der Frau.