Auszug aus der

Niedersächsische Verordnung über Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 (Niedersächsische Corona-Verordnung) Vom 7. Oktober 2020

Der Betrieb eines Prostitutionsgewerbes in einer Prostitutionsstätte nach § 2 Abs. 3 Nr. 1 ProstSchG oder in einem Prostitutionsfahrzeug nach § 2 Abs. 3 Nr. 2 ProstSchG ist zulässig, wenn

  1. die Nutzung einer Prostitutionsstätte oder eines Prostitutionsfahrzeugs durch Prostituierte sowie Kundinnen und Kunden nur nach vorheriger telefonischer oder elektronischer Terminvereinbarung erfolgt,
  2. die Betreiberin oder der Betreiber der Prostitutionsstätte oder des Prostitutionsfahrzeugs die Kontaktdaten der Kundin oder des Kunden nach § 5 Abs. 1 erhebt, wobei die angegebenen Daten durch Vorlage amtlicher Ausweisdokumente mit Bild zu überprüfen sind,
  3. Kundinnen, Kunden und Prostituierte ab Zutritt und während des gesamten Aufenthalts in der Prostitutionsstätte oder im Prostitutionsfahrzeug eine Mund-Nasen-Bedeckung nach § 3 Abs. 1, 2, 6 und 7 tragen,
  4. die Betreiberin oder der Betreiber der Prostitutionsstätte oder des Prostitutionsfahrzeugs sicherstellt, dass die Räumlichkeit, in der die Dienstleistung angeboten wird, nur durch zwei Personen gleichzeitig genutzt wird, – Seite 13 von 21 –
  5. in der Prostitutionsstätte und in dem Prostitutionsfahrzeug Alkohol und Substanzen zur Stimulation weder angeboten noch konsumiert werden und 6. die Betreiberin oder der Betreiber der Prostitutionsstätte oder des Prostitutionsfahrzeugs Maßnahmen aufgrund eines Hygienekonzepts nach § 4 trifft. Für die Durchführung erotischer Massagen in einer Prostitutionsstätte oder einem Prostitutionsfahrzeug gilt Satz 2 entsprechend. (6) Die Prostitutionsvermittlung nach § 2 Abs. 3 Nr. 4 ProstSchG ist zulässig, wenn 1. eine Vermittlung von Prostituierten sowie Kundinnen und Kunden nur nach vorheriger telefonischer oder elektronischer Terminvereinbarung erfolgt, 2. die Vermittlerin oder der Vermittler die Kontaktdaten der Kundin oder des Kunden nach § 5 Abs. 1 erhebt sowie die Adresse, an der die sexuellen Dienstleistungen angeboten werden, dokumentiert, wobei die angegebenen Daten der Kundin oder des Kunden durch Vorlage amtlicher Ausweisdokumente mit Bild zu überprüfen sind, 3. Kundinnen, Kunden und Prostituierte während der Inanspruchnahme der sexuellen Dienstleistung eine Mund-Nasen-Bedeckung nach § 3 Abs. 1, 2, 6 und 7 tragen und 4. Waschgelegenheiten und Mittel zur Handdesinfektion zur Verfügung stehen

zu den Vorschriften der Landesregierung Niedersachsen


Hygienemaßnahmen bei der Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen in Bordellen, Terminwohnungen und Lovemobilen

Betreten des Objektes:

– Eine vorherige telefonische oder elektronische Terminvereinbarung

– Der Mindestabstand von 1,5 m soll zwischen dem Dienstleistenden und den Besuchern beim Betreten und Verlassen des Objektes einhalten werden.

– Kundinnen, Kunden und Prostituierte müssen während der Inanspruchnahme der sexuellen Dienstleistung eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen

– Der Kontakt von unterschiedlichen Besuchern ist grundsätzlich zu vermeiden. Es darf nur 1 Besucher pro Raum eingelassen werden (max. 2 Personen pro Zimmer).

– Der Besucher muss sich beim Betreten die Händes desinfizieren.

– Ein Alkoholverbot und ein Verbot von stimulierenden Substanzen in der Prostitutionsstätte oder im Prostitutionsfahrzeug (Lovemobil o.ä.)

Desinfektionsmaßnahmen

– Nach dem Betreten des Besuchers sind das Klingelschild und die Drücker der Haustür und der Innentür zu desinfizieren.

– Nutzt ein Besucher die Sanitärräume, müssen diese direkt danach desinfiziert werden. Das betrifft insbesondere die Toilette, das Waschbecken und den Wasserhahn und die Türdrücker. Benutzte Handtücher sind zu tauschen oder Einweghantücher zu benutzen.

– Nach Verlassen des Besuchers sind alle Oberflächen von Betten zu desinfizieren oder textile Bezüge von Betten zu wechseln.

– Oberflächen, Türdrücker, Sitzgelegenheiten u.ä. die ggf. vom Besucher berührt wurden sind ebenfalls zu desinfizieren.

– Das Besucherzimmer ist nach dem Verlassen des Besuchers ausreichend zu lüften.

– Sollte die Mund-Nasen-Bedeckung abgenommen worden sein, müssen sich Besucher und Dienstleistende sofort die Hände desinfizieren.

Datenerhebung und Dokumentation

Von den Besuchern sind folgende Daten beim Betreten zu erheben und nachzuweisen:

Vorname und Name

genaue vollständige Anschrift

Telefonnummer oder Handynummer

Tag und Zeitpunkt des Besuches

Diese Kontaktdaten werden nach 3 Wochen aufbewahrt und dürfen anderen Besuchen nicht zugänglich sein.

Weigert sich ein Besucher der Erhebung seiner Kontaktdaten, darf die Dienstleistung nicht ausgeführt werden und er muß das Objekt sofort wieder verlassen. Werden falsche Kontaktdaten eingetragen, kann dies für den Besucher ein Busgeld ab 50€ nach sich ziehen. Für den Betreiber des Prostitutionsbetriebes kann das eine Strafe von 1.000 – 3.000€ entsprechend des Bußgeldkataloges bedeuten.